Leineschaf

Steckbrief Leineschaf: Rassebeschreibung und Zuchtgeschichte
Das Leineschaf ist eine vom Aussterben bedrohte Haustierrasse, dessen Name historisch vom Fluss der Leine herrührt, die in Leinefelde entspringt und über Göttingen weiter Richtung Hannover fließt. Das Ursprungsgebiet und die Entwicklung der Schafrasse ist eng verbunden mit dem Leinebergland, wo sich die lokale Rasse in den letzten 150 Jahren herausbildete. Wurde das Leineschaf in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in erster Linie zur Wollproduktion und Düngung der Ackerflächen über einen Nachtpferch der Tiere in den Dörfern gehalten, dient es heute in erster Linie der Landschaftspflege sowie zur Fleischgewinnung.

Bei dem Leineschaf handelt es sich um ein mittelrahmiges weißes Landschaf mit guter Bemuskelung und hoher Widerstandsfähigkeit gegen Witterungs- und Haltungseinflüsse bei guter Eignung für die Hüte- und Koppelhaltung. (s. Foto Leineschafherde in Relliehausen).
Die Erhaltung von artenreichen Grünlandflächen, Magerrasen und Streuobstwiesen durch den Verbiss der Tiere ist ihr vorrangiger Auftrag.

Genetische Diversifizierung des Leineschafes
Die Leineschaf-Herdbuchzucht der Universität Göttingen in Relliehausen besteht im Jahr 2026 aus 92 Mutterschafen und zwei Zuchtböcken. Sie gilt heute in Deutschland als eine der wichtigsten Stammzuchten hinsichtlich der genetischen Varianz für diese gefährdete Haustierrasse. Begründet wurde die Zucht auf dem Versuchsgut der Universität im Jahr 2004 mit 22 zugekauften tragenden Leineschafen aus dem Zuchtbetrieb von Ernst Siebert aus dem thüringischen Obereichsfeld. In den Folgejahren erfolgte eine kontinuierliche Aufstockung dieser Erhaltungszucht unter dem Einsatz von Leineschaf-Zuchtböcken aus Sachsen, Thüringen und Polen, insbesondere durch den Einsatz von fünf sehr seltenen Vaterlinien.

Ziele der Leineschafzucht auf dem Versuchsgut in Relliehausen:
• On-farm-Erhaltung durch Nutzung der Rasse in der Landwirtschaft
• Beteiligung am nationalen Erhaltungszuchtprogramm für die gefährdete

Nutztierrasse zur Sicherung der genetischen Vielfalt beim Leineschaf
• Zusammenarbeit mit dem Institut für Nutztiergenetik des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) in Mariensee, wo Spermaportionen unterschiedlicher Blutlinien des Leineschafes als Kryokonserven eingelagert sind.
• Sicherung der Leineschafe als regionales Kulturgut und genetische Ressource
• Zusammenarbeit mit dem Rassebetreuer der GEH e.V. https://www.g-e-h.de/